You can always call us Mr. Tarantino und wann kann bitte endlich jemand ein neues Vereinslokal klarmachen?! – east west’s week review #81

Liebe Mitglieder, warum es bis vor ein paar Monaten vielleicht noch ganz „hetzig“ war, über das ständig überfüllte Vereinslokal abzuwitzeln, wir es aber mittlerweile ziemlich leid sind darauf hinzuweisen, dass es absolut kein Zustand mehr sein kann, dass der größte Kulturverein der Stadt ein Vereinslokal bespielen muss, indem es sogar Schneewittchen und den sieben Zwergen irgendwann zu eng wäre und warum eine musikalische Reunion am Samstag und 17 Jahre später für tranceähnliche Zustände gesorgt hat, erfahrt ihr am wie immer am Montag Mittag und auf den folgenden Zeilen bei der 81. Ausgabe des east west’s week review.

Am Dienstag hat sich unsere Chorgruppe wieder im Club getroffen und wieder fast drei Stunden lang fleißig geprobt und an neuen Songs gearbeitet. Die Chortreffen gehören zwar nicht zum regulären Programm, aber wenn ihr trotzdem ein wenig neugierig geworden seid, was da an jedem zweiten und vierten Dienstag des Monats von 19.00 bis 22.00 Uhr im Club passiert, dann schreibt uns doch einfach eine Email (info@ostwest.it) und kommt vorbei. Jede/r ist willkommen und unsere Gruppe um Chorleiter Markus Prieth freut sich immer, wenn neue Menschen dazukommen. Alle weiteren Infos zum Chor gibt es hier.

Am Mittwoch haben wir euch dann zur zweiten Ausgabe des Störsenders eingeladen. Seit dieser Saison gestaltet der ehemalige RAI-Journalist Robert Asam immer am vierten Mittwoch des Monats einen satirischen Medienspiegel. Auch dieses Mal waren mehr als 30 Mitglieder anwesend und haben den interessanten und witzigen Ausführungen von Asam gelauscht. Eines der Hauptthemen waren dieses Mal natürlich, die vor Kurzem stattgefundenen Südtiroler Landtagswahlen. Außerdem hat Asam den Fokus auch auf das Thema Overtourism in Südtirol gelegt und hier vor allem auch auf die Situation in Meran Bezug genommen. Der nächste und vorerst letzte Störsender (im Dezember machen wir eine kleine Pause) in diesem Jahr findet am Mittwoch 28. November, wie immer mit Beginn um 20.00 Uhr statt.

Am Donnerstag war unser kleiner Salon dann wieder fest in der Hand der vielen Tänzerinnen und Tänzer unserer Lindy Hop-Gruppe. Auch hier müssen wir leider feststellen, dass unsere Räumlichkeiten dauerhaft viel zu klein sind, um den vielen begeisterten Menschen den nötigen Raum und Platz zum Tanzen zu garantieren. Dieses Mal waren insgesamt 16(!) Pärchen gekommen, was bedeutet, dass sich teilweise mehr als 30 Mitglieder gleichzeitig die Tanzfläche teilen mussten. Es herrschte wieder eine mehr als ausgelassene Atmosphäre und Katharina und Co. von der Tanzgruppe Swing On Südtirol haben von 20.00 bis 21.00 Uhr wieder einen kostenlosen Anfängerkurs zur Verfügung gestellt. Bei coolen Swing- und Balboa-Klängen wurde fast vier Stunden lang pausenlos und ohne Unterlass getanzt. Wir möchten uns bei Katha und ihren vielen Freund*innen bedanken, die unseren Club regelmäßig und einmal im Monat zu einem kleinen Tanztempel umfunktionieren. Am Donnerstag 22.11. heißt es deshalb dann auch im November wieder: Let’s swing! 🙂

Das Wochenende im Club haben wir dann am Freitag Abend mit einem wahren Underground-Feuerwerk eröffnet. Unter dem Titel „Electro Generations“ haben DJ Veloziped und sein junger Kollege Davide Piras aus Brixen ein dreistündiges Set aus feinstem Techno abgeliefert. In unserem Calcetto Raum wurden wieder Sound- und Lichtanlage aufgebaut und die Begeisterung bei unseren vielen tanzwütigen Mitgliedern kannte keine Grenzen mehr. Der Club war in reinstem Clubbing-Modus und der kleine Raucherraum war mehr oder weniger die ganze Zeit über bis auf den letzten Platz gefüllt. Unsere Mitglieder drängten sich auf wenigen Quadratmetern und hatten anscheinend ihre helle Freude daran, sich gegenseitig ein wenig anzuwippen. Man einen hörte man immer wieder raunen, „dass es hier besser wie in jedem Großsstadt-Club“ wäre und, der Sound „sowieso absolute Spitzenklasse ist“. Piras und Garber alias Veloziped wurden zudem auch nicht müde, ein Schmankerl nach dem anderen auf unseren neuen Technics-turntables unter die Menschen zu bringen. Sowohl der Brixner als auch der Meraner DJ dürfen getrost als zwei der interessantesten und spannendsten Techno-artists des Landes bezeichnet werden. Beide stehen für einen zeitlosen Musikstil, der an diesem Abend die verschiedenen Jahrzehnte dieses Genres hochleben hat lassen. Wir bedanken uns bei unseren DJ’s und dem sehr feinen Publikum, für einen kurzweiligen Abend voller guter Musik!

Am frühen Samstag Abend haben wir dann in Zusammenarbeit mit den IG-Autor*innen Tirol und der Südtiroler Autorinnen- und Autorenvereinigung den Abschluss eines kleinen, aber sehr feinen grenzüberschreitenden Literaturaustausches gefeiert. Unter Tags wurde ein literarisch-künstlerischer Spaziergang, Hügelwandern, Bunkerschauen, Gemeinschaftsdichten u.a. mit Wolfgang Nöckler, Oswald Waldner und unserer Vorstandskollegin Sonja Steger begangen und zum Schluss ein grandioser Abschluss im Club mit Lesungen und Gedichtvorträgen von mehr als 15 deutsch- und italienischsprachigen Autorinnen und Autoren gefeiert. Wir bedanken uns herzlich bei allen Anwesenden und bei Wolfgang Nöckler und Sonja Steger für die tolle Organisation.

Nach der Literaturveranstaltung haben wir dann kurz nach 21.00 Uhr die Clubwoche mit einer musikalischen Reunion beschlossen, die schon vorab einen großen Publikumsandrang vermuten ließ. Nach fast 18 Jahren und ihrem ersten und einzigen Konzert im ost west club, war unser Clublokal wieder jener Ort an dem sich die beiden Meraner Musiker Aronne Dell’Oro und Joe Chiericati mit ihrem gemeinsamen Freund Diego Potron trafen, um unseren Mitgliedern einen psychedelischen Folkabend zu präsentieren, der so manches unserer Mitglieder in einen tranceähnlichen Zustand versetzt hat. Wieder einmal war das Clublokal viel zu klein, um em großen Publikumsandrang gerecht zu werden und so kam es auch an diesem Abend wieder wie es kommen musste: Viele Musikliebhaber*innen mussten an unserer Bar bleiben und konnten dem wunderbaren, musikalischen Treiben nur über unsere Boxenanlage zuhören. Ein Zustand, der für uns natürlich schwer erträglich ist und für den wir uns bei allen Betroffenen entschuldigen möchten. Mehr denn je ist die Gemeinde Meran gemeinsam mit den beiden involvierten Sportvereinen in der Angelegenheit Bersaglio gefragt, endlich die nötigen Schritte zu unternehmen und entsprechend schnell eine Lösung zu erreichen. Wir möchten uns an dieser Stelle aber nicht allzulange mit den negativen Aspekten aufhalten, sondern euch von all den wunderbaren Dingen berichten, die auf unserer kleinen Holzbühne mit dem Trio Folkenbluo passiert sind. Neben songs wie „Above Us“ und „Lovin‘ Moonlit Crab“, welche von den Musikern vor rund zwanzig Jahren geschrieben wurden, und von Dell’Oro und Chiericati gemeinsam und abwechselnd gesungen wurden.oder dem überaus intensiven „Poor Boy“ ein traditioneller Blues-Garage Song, interpretiert von Diego Potron. Aber auch alte Klassiker wie „Rambling man“ und „Jambalaya“ vom großen amerikanischen Countrymusiker und Songwriter Hank Williams durften dabei nicht fehlen. Immer wieder gab es begeisterte Jubelstürme der rund 50 anwesenden Mitglieder, die sich vor und rund um die Bühne auf Stühlen und Sitzkissen Hintern an Hintern drängten. Teilweise und mit geschlossenen Augen hatte man manchmal das Gefühl in einen der bekannten Tarantino Western wie Django oder Hateful Eight versetzt zu werden. Gerade Diego Potron und seine unnachahmliche Stimme, die ein Mix aus Axel Rose, Eddy Vedder und Curt Cobain zu sein scheint, sollte für den bekannten amerikanischen Filmregisseur Grund genug sein, die Handynummer des Musikers aus Mailand zu sein. Sollte Quentin gerade unser review lesen und keine Möglichkeit haben, die Nummer von Diego zu ergattern, können wir natürlich gerne Abhilfe schaffen. You can call us, Mr. Tarantino, no worries. Wer an diesem Abend nicht die Möglichkeit hatte, dabei zu sein, ist natürlich nicht zu beneiden und hat unser allergrößtes Mitleid. Zumindest kann er/sie sich nun im Anhang die sehr, sehr coolen Fotos von unserer Fotografin Chantal Redavid (Grazie!) ansehen und sich zumindest ein klein wenig zurückversetzen zu lassen. Danke an Folkenublo II und allen aufmerksamen Zuhörerinnen und Zuhörern für diesen unvergesslichen Folk- und Bluesabend, den wir euch hoffentlich früher als 2036 präsentieren dürfen. 😉

 

Abschließend möchten wir uns wie immer bei unseren Sponsoren Pohl Immobilien/CityLiving.me, Salon Habicher, Alperia, unserem Medienpartner Die Antenne und den öffentlichen Institutionen der Provinz Bozen, dem Amt für deutsche und italienische Kultur, sowie dem Amt für deutsche und italienische Jugendarbeit und der Gemeinde Meran für die Unterstützung unseres Tätigkeitsprogramms bedanken.