Von großartigen Hilfsprojekten, der beeindruckenden Wirkung von Musik und einer verdienten Gesamtsiegerin – east west’s week review #26

Liebe Mitglieder, die dritte Februarwoche hatte dieses Mal insgesamt sieben verschiedene Programmpunkte für euch bereitgehalten und dabei die unterschiedlichsten Themen und kulturellen Bereiche behandelt.

Bereits am Dienstag-Abend haben wir den Club für eine überaus interessante Präsentation aufgesperrt, die am Ende der Veranstaltung allerlei erstaunte und neugierige Besucher zurückließ. Der Verein AMIKARO aus Klausen war zum ersten Mal bei uns zu Gast gewesen, um uns in Meran vom wunderbaren Projekt „Donde vivo yo“ zu berichten. Dabei handelt es sich um ein sozialdokumentarisches und ethnografisches Fotobuchprojekt über Guatemala-Stadt, das von vier engagierten, jungen Menschen (Evi Kostner, Fabian Kostner, Raphael Reichl und Ingo Kapelari) nach vielen Reisen in das zentralamerikanische Land realisiert worden ist. Neben den teilweise unfassbar traurigen und schockierenden Geschichten, über ein Land, das immer mehr in Kriminalität und Armut zu versinken scheint, war es aber dennoch der unglaubliche Einsatz und die Begeisterungsfähigkeit der zwei Klausner und Wiener, die an diesem Abend wohl am stärksten in Erinnerung bleiben werden. Nicht nur, dass Kostner und Co. in der guatamaltekischen Haupstadt mittlerweile Strukturen schaffen konnten bzw. auf dem besten Wege dazu sind, um den vor allem jungen Menschen dort, neue Perspektiven zu eröffnen, die Vier haben es gleichzeitig auch noch geschafft kleinere Filmprojekte zu realisieren und mit der Herausgabe des Fotobandes ein bleibendes Zeugnis, mit vielen tollen und interessanten Hintergrundberichten zu schaffen, das gleichzeitig auch graphisch extrem professionell und kurzweilig aufbereitet wurde. Die Einnahmen aus dem Verkauf des Buches fließen übrigens direkt in die Hilfsprojekte vor Ort und deshalb können wir nur wärmstens empfehlen „Donde vivo yo“ für schlappe 20 Euro zu erwerben und damit mehr als nur irgendein Hilfsprojekt zu unterstützen. Wir wünschen AMIKARO weiterhin viel Ausdauer und Erfolg bei ihren Unterfangen und alles Gute für viele weitere Projekte.

Am Mittwoch durften wir dann schon am frühen Abend und bereits wie im Jänner den Abentreff Integra bei uns begrüßen. Dieses Mal hatten sich noch mehr Menschen als schon im Vormonat bei uns eingefunden, um gemeinsam und in Begleitung zur Musik von DJ Stefan den ost west club im wahrsten Sinne zu einer kleinen Diskobude werden zu lassen. Ob mit Rollstuhl oder ohne, niemand der vielen Besucherinnen und Besucher ließ es sich nehmen seinen Körper in Bewegung zu versetzen. Mehr denn je lieferte dieser Musikabend den Beweise wie sehr Musik verbindet und welch‘ Freude der Klang eines Liedes bei Menschen auslösen kann. Wir bedanken uns an dieser Stelle bei der Caritas für die sehr gut funktionierende Zusammenarbeit und hoffen, dass wir auch zukünftig als Ort der Begegnung für Menschen mit Beeinträchtigung fungieren dürfen und uns diese tolle Gruppe auch für den Rest der Saison und einmal im Monat einen Besuch abstattet. Noch am selben Abend haben wir dann und wie immer am dritten Mittwoch des Monats unseren Salon den Milonga- und Tangobegeisterten unter euch zur Verfügung gestellt und auch dieses Mal hatten sich über 10 Pärchen auf den Weg in den Club gemacht, um bei Kerzenscheinatmosphäre eng umschlungen bei der „Noche de Tango“ über unseren kleinen Tanzraum zu wogen.

Am Donnerstag haben wir dann zum zweiten Mal überhaupt unseren neuen Programmpunkt „ost westlicher Stammtisch“ abgehalten und dabei über das Thema „Trump, Brexit und die Rückkehr der Nation“ gesprochen. Ähnlich wie beim ersten Treffen hatten sich auch dieses Mal knapp 10 Diskutanten an unseren Tisch gesetzt, um in verschiedenen Statements, Stellung zu den aktuellen Geschehnissen in den USA und Europa zu nehmen. Einhellig war man der Meinung, dass ein spürbares Wiederaufleben von Nationalstaat und Abschottungspolitik mittlerweile weltweit zu einem Trend geworden zu sein scheint. Uneinig war man sich letztlich nur darüber welche Auswirkungen und Folgen diese Art der Politik für die Menschen bzw. die Gesellschaften konkret haben werden. Am 16. März findet die nächste Ausgabe dieses spannenden und neuen Projektes im Club statt, das Thema werden wir euch noch zeitnahe und auf unserer Homepage mitteilen.

Am Freitag fand dann die vorerst letzte Ausgabe des wild wild ost west slams vor der Sommerpause statt. Zwar findet am 21. April noch die Vorausscheidung der Südtiroler Landesmeisterschaften bei uns statt, aber der WWOWS geht inzwischen und bis nächsten Herbst in Sommerpause. Bei der letzten Ausgabe durften wir wieder insgesamt 10 Slammerinnen und Slammer auf unserer Bühne begrüßen und hatten mit Jonas Scheiner dabei wieder einen special guest aus dem deutschsprachigen Ausland (Hannover/Wien), der eindrucksvoll bewiesen hat, auch welch‘ immens hohem Niveau moderne Dichtkunst funktionieren kann. Scheiner war als Opferlamm außerhalb der Konkurrenz angetreten und hatte sichtlich Spaß an seinem ersten Meran-Aufenthalt. Ins Finale schafften es dieses Mal neben Michael Denzer und Irene Moroder, mit Lena Wopfner sowohl die jüngste, als mit Maria Fliri, auch die älteste Teilnehmerin des Feldes. Das Finale wurde dann aber zu einer relativen klaren Angelegenheit weil Maria Fliri mit ihrem letzten Text über das Thema „Rutschen“ keinen Zweifel daran ließ, wer an diesem Abend den größten Publikumszuspruch und gleichzeitig die größten Lacher auf sich vereinen würde. In ihrer unnachahmlichen und sympathischen Art performte sie einen Slam, der sich durch soviel Wortwitz und Charme auszeichnete, dass am Ende relativ deutlich wurde, wer den Tagessieg nach Hause tragen würde. Gesamtsiegerin des WWOWS wurde diese Saison aber die insgesamt zweitjüngste Teilnehmerin auf unseren Anmeldelisten. Eeva Aichner aus Bruneck absolvierte über die gesamte Saison hinweg die solideste und konstanteste Performance und konnte so auch am Finaltag nicht mehr von der vordersten Position verdrängt werden. Wir gratulieren der jungen Pustererin zu ihrem Triumph, der ihr als Preise an diesem Abend den WWOWS-Pokal bescherte, sowie zwei Büchergutscheine der Alten Mühle Meran und das Buch über unseren ost west club. Wir bedanken uns an dieser Stelle nochmals recht herzlich bei all unseren Sponsoren, zu denen neben der Alten Mühle, auch Adam Drinks und Prachtstube Meran gehören. Der größte Dank geht neben den tollen Slammerinnen und Slammern, sowie unserem Publikum aber natürlich an die einzigartige und unvergleichliche Lene Morgenstern, die als MC, durch insgesamt sechs überaus spannende und nie langweilig werdende WWOWS geführt hat. Außerdem möchten wir uns beim zweiten Mitorganisator und unserem Opferlamm Alex „GIOVI“ Giovanelli bedanken, der es euch jedes Mal aufs Neue ermöglicht, einige der besten Texter und Texterinnen aus Österreich und Detuschland bei uns zu erleben! Wir sehen uns wie schon erwähnt im April zur Vorausscheidung der Landesmeisterschaften und dann wieder im September, wenn es wieder heißt: Wild Wild Ost West Slam!

Am Samstag haben wir dann bereits um 16.30 Uhr den Workshop „Sprache und Macht im interkulturellen Kontext“ im Club veranstaltet und hatten mit Vlatka Frketic eine Referentin zu Gast, die den rund 10 anwesenden Teilnehmerinnen und Teilnehmern viele neue Sichtweisen, vor allem auf das Thema Diskriminierung eröffnet hat. Über Gespräche und einfache Spiele wurden Konzepte und Ideen entwickelt, in welchem Kontext wir Menschen, die Diskriminierung aufgrund unterschiedlichster Gründe erfahren haben, begegnen können. Nach dem Workshop haben wir dann mit den Stolen Brothers eine Band bei uns präsentiert, die überhaupt und zum ersten Mal für ein Konzert den weiten Weg von Steinegg nach Meran angetreten ist. Wie glauben, dass weder die Band, noch die vielen begeisterten Zuhörerinnen und Zuhörer es bereut haben, an diesem Abend im Club zu sein. Denn was die vier Jungs um Frontsänger Hannes Lantschner bei diesem Auftritt auf die Bühne zauberten, war aller Ehren wert. Es wurde ein Abend, den man getrost als gelungene Hommage an all die tollen und unvergleichlichen Blues- und Rocksongs der vergangenen 60 Jahre bezeichnen darf. Auf der Tanzfläche wurde gehopst und geshakert was das Zeug hielt, niemand schaffte es auch nur annähernd seine Füße stillzuhalten und nicht zu den Hits von Elvis und Co. zu tanzen.

Das Titelbild vom WWOWS stammt von Tobias Huber, die Fotos vom Poetry Slam stammen von Gerd Reinstadler, vom „Donde Vivo Yo“-Abend von Thomas Zelger und den Workshop hat Sara Mostacci für uns fotografisch festgehalten. Danke an alle!