Von fairen und nachhaltigen Kleidertauschpartys, Lachkrampf-erzeugenden Poetry Slams und Pusterer Virtuosen – east west’s week review #68

Wieso es mit Lene Morgenstern am Freitag gerade mal eine Frau auf das Gruppenfoto beim WWOWS #18 geschafft hat und warum Benjamin Stötter am Ende des Abends, trotz geringerer Körperlänge sich dennoch als der Größte vor und zwischen den zwei special-guest Riesen Henrik Szanto und Simon Tomaz hervortun konnte, erfahrt ihr wie immerbeim east west’s week review #68 und auf den folgenden Zeilen.

Bereits am Dienstag haben wir die ost westliche Woche mit einer überaus nachhaltigen und wichtigen Veranstaltung begonnen. Unter dem Titel Fair trägt sich gut – Sustainable Fashion haben wir eine Kleidertauschparty im Club zusammen mit dem Weltladen Meran und der OEW – Organisation für eine soldiarische Welt organisiert. Verena Gschnell von der OEW hat den Abend mit einem Vortrag zu fairer Kleidung eingeleitet und uns verschiedene Probleme bei der Herstellung unserer Kleidung aufgezeigt. Nachwievor werden weltweit Kinder ausgebeutet, um für die westlichen Länder Kleidung und Waren herzustellen. Anschließend an den Vortrag haben wir zusammen einen Kurzfilm über Kinderarbeit in Italien angesehen und anschließend hat Verena Fragen aus dem Publikum beantwortet. Zum Schluss hat dann Klaudia Resch, die Präsidentin des Meraner Weltladen von den Aktionstagen zu Fair Fashion berichtet und die Arbeit der Weltläden in Südtiroler näher erläutert. Nach dem theoretischen Teil ging es dann los mit der Kleidertauschparty. Rund 20 interessierte Mitglieder waren gekommen und haben ihre Hosen, Pullover, Kleider usw. mitgebracht, die dann eifrig probiert und getauscht wurden. Der Großteil der Besucher*innen an diesem Abend waren Frauen, auch wenn sich der ein oder andere männliche Interessierte unter die Leute gemischt hatte. Wir bedanken uns an dieser Stelle für die tolle Zusammenarbeit bei der OEW und Verena, sowie beim Weltladen Meran und hier namentlich bei Ulli und Klaudia für die tolle Zusammenarbeit. Bereits im kommenden Sommer werden wir im Country Club eine weitere große Kleiderparty an einem Samstag veranstalten, zu der wir euch herzlich einladen. Das genaue Datum werden wir euch in Kürze mitteilen. Im Anhang findet ihr einige Fotos von Chantal Redavid.

 

Wir haben die Woche dann am Mittwoch mit der Noche de Tango fortgesetzt. Wie immer am dritten Mittwoch des Monats wurde im Club wieder Milonga getanzt. Rund zehn Tanzpärchen hatten sich bei uns eingefunden, um wieder gemeinsam einen gemütlichen Abend zu verbringen und die eigenen Tango-Künste weiter zu verbessern. Wir bedanken uns deshalb bei unseren Tango-Verantwortlichen um Carmen, Christoph und Johannes, die sich immer wieder und Monat für Monat um die musikalische Auswahl kümmern und die Abende für uns entsprechend gestalten. Der nächste Tango-Abend findet am Mittwoch 16. Mai mit Beginn um 21.00 Uhr statt.

Am Donnerstag fand dann die insgesamt sechste Game Night der Saison statt. Es hatten sich dieses Mal leider nur wenig Interessierte eingefunden, so dass an diesem Abend nur an einem Tisch gespielt wurde. Wir möchten mit diesem Programmpunkt Menschen zusammenbringen, die Spaß und Freude am gemeinsamen Spielen haben und unseren Mitgliedern die Möglichkeit geben, neue Gesellschaftsspiele kennenzulernen. In Zusammenarbeit mit dem Moaser Spieletreff wird so einmal im Monat der ost west club zu einem kleinen Spielesalon, wo es darum geht sich zu unterhalten und Spaß zu haben, ohne dass das Gewinnen im Vordergrund steht. Die nächste Game Night findet am Donnerstag 17. Mai statt. Auch im Sommer werden wir im Country Club jeweils einmal im Monat und jeweils am zweiten Dienstag im Juni, Juli und August wieder solche Spieleabende veranstalten.

Am Freitag haben wir euch dann den vorerst letzten wild wild ost west slam der Saison präsentiert. Bei der 18. Ausgabe des WWOWS hatten wir und nach der ladies edition im März eine reine Männerrunde im Programm. Neben den beiden special guests aus Wien Henrik Szanto und Simon Tomaz hatten wir den Rest der Teilnehmer natürlich und wie immer mit den besten Südtiroler Slammern besetzt. Neben Opferlamm Giovi, der wie immer außerhalb der Konkurrenz angetreten war, waren es dieses Mal namentlich Benjamin Stötter, Steini, Michael Denzer, Nico Platter, Praxenknecht und der jüngste Teilnehmer im Feld Felix Maier. Der Club füllte sich publikumsmäßig und wohl aufgrund der sehr hohen Temperaturen nur sehr langsam und schleppend, aber bis am Ende des Abends war der Salon wieder bis auf den letzten Platz besetzt und rund 45 Interessierte hatten sich eingefunden, um einem fast schon historischen Poetry Slam zu folgen. Nachdem Giovi mit seinem Text über das „Verliebtsein in eine Meerjungfrau“ dem Publikum ordentlich eingeheizt hatte, kam der erste special guest des Abends auf die Bühne und sicherte sich mit seinem Text zu Ungarisch-Finnischen Sprachkuriositäten auch gleich das Finalticket. Steini folgte mit seinen Gedanken zum „Frühlingskonzert“, schaffte aber letztlich nicht den Sprung in die finale Runde. Simon Tomaz wiederum der zweite Gast aus Wien hatte mit seinem „Datingprofil“ die Lacher wieder auf seiner Seite und folgte seinem Kollegen Szanto in die Endrunde. Die insgesamt zweitbeste Punktzahl in der Vorrunde konnte dann Benjamin Stötter, der erst vor einer Woche mit seiner Band Burning Mind unsere Bühne bespielt hatte und dieses Mal als Slammer sich künstlerisch im Club betätigte, erzielen. Mit seinem Text „Nachruf auf Willi“ wusste er mehr als nur zu überzeugen und schaffte es locker sich ein Finalticket zu ergattern. Michael Denzer wiederum scheiterte ebenso und wie zuvor Steini mit seinem Text „Alter Tobak“. Auch für Neo-Slammer Nico Platter und dem „Reim übers Reimen reichte es knapp nicht für die letzten Fünf. Markus Westphal alias Praxenknecht wiederum konnte das Publikum mit seiner Performance und seinem Text „Agamemnon 4. Teil“ überzeugen und schaffte es als Fünfplatzierter ins Finale. Der letzte Slammer der Vorrunde war mit Felix Maier wiederum ein Neu-Teilnehmer beim WWOWS und er war es auch der mit seinen Gedanken zu „Es steht in den Sternen“ die höchste Punktzahl erzielen konnte. Im Finale übertragen sich die Teilnehmer dann einer nach dem anderen mit teilweise unglaublichen Darbietungen. Benni Stötter eröffnete mit einem sehr nachdenklichen Text mit dem Titel „Heimat“ und konnte das Publikum mehr als nur überzeugen. Er schaffte gleich dreimal die volle Punktzahl und schrammte am Ende nur mit 0,1 Punkten an der höchstmöglichen Punktezahl vorbei und kam auf 29,9 Punkte. Dies bedeutete am Ende auch den Sieg für den Wahl-Vinschger, der nach einigen Anläufen bei unserem Slam nun endlich und unserer Meinung auch verdientermaßen das Siegertreppchen erklimmen konnte. Praxenknecht folgte mit seinem „U-Weihnachtsgedicht“ und einem bitterbösen Text über die Südtiroler Wohlstandsgesellschaft und den Rassismus in unserem Land und schaffte letztlich Platz fünf. Henrik Szanto sicherte sich knapp hinter Stötter sehr knapp und mit insgesamt 29,8 Punkten den zweiten Rang und überzeugte mit seinem Text „Futur 2 und Brustschwimmen“. Jungspund Felix Maier, der eindrucksvoll sein textliches und zudem schauspielerisch überragendes Talent zur Schau stellte kam letztlich mit seinem Text zur „Verlorenen Liebe“ auf den vierten Platz, wo er nur noch von Simon Tomaz und dem letzten Text des Abends („Homo-Porno“) überholt werden konnte. Tomaz hatte mit seinem letzten Text in welchem er komplett auf die Vokale „u“, „i“, „e“ und „a“ verzichtet und lediglich auf das „o“ zurückgriff und sämtliche Lacher auf seiner Seite hatte. Das Publikum hielt sich von Lachkrämpfen geschüttelt die Bäuche und stattete den Wiener mit der drittbesten Punktzahl (29,6) aus. Wir bedanken uns wie immer bei Opferlamm GIOVI, Moderatorin Lene Morgenstern und unseren Sponsoren bzw. Unterstützern Buchhandlung Alte Mühle und der Südtiroler Autorinnen- und Autorenvereinigung für einen mehr als gelungenen und kurzweiligen Abend! Im Mai gibt es dann am Freitag 18. noch einen Spezial-Poetry Slam und eine Best-Of Veranstaltung der Südtiroler Slammerinnen und Slammer, die ihr nicht verpassen solltet. Im Anhang findet ihr zudem noch die wirklich coolen Fotos unserer Fotografin Emma Hanny.

 

Zum Abschluss der Woche hätten wir am Samstag eigentlich ein Doppelkonzert mit Alex Petrow und Perin & Barbarossa geplant gehabt. Erstgenannter musste aber leider kurzfristig seinen Auftritt absagen, so dass wir „nur“ in den Genuss der Musik von Marc Perin und Tobias Egger kamen. Aber dies tat der Stimmung keinen Abbruch. Rund 40 interessierte Konzertbesucherinnen und Konzertbesucher waren gekommen um diesen beiden Virtuosen zu lauschen. Perin an der Gitarre und Egger an der Steirischen spielten ein zweistündiges Set, das für große Begeisterung unter unseren Mitgliedern sorgte. Die beiden Pusterer spielen einen Sound, der durchaus an Herbert Pixner und Co. erinnert und den man in dieser Form nicht sehr oft zu hören bekommt. Beide Musiker beherrschen ihr Instrument auf überragende Art und Weise und harmonieren auf der Bühne nahezu perfekt. An diesem Abend hatten sie auch ihr neues Album mit dem Titel „The Spirit of Nature“ mitgebracht und uns viele Stücke aus diesem auch präsentiert. Die beiden Pusterer haben sich musikalisch in den vergangenen Monaten nochmal ordentlich weiterentwickelt und wissen mit ihrem rein akkustischen Projekt mehr als nur zu überzeugen. Perin & Barbarossa selbst scheinen auch große Freude daran zu haben bei uns aufzutreten, meinten sie doch anschließend an ihren Auftritt, dass der ost west club ihr absolutes Lieblingslokal sei, um mit ihrer Musik zu performen. Und dies war am vergangenen Samstag zu jeder Sekunde ihres Auftritts auch zu spüren. Bei Kerzen- und Scheinwerferblaulicht entstand eine Atmosphäre, in der ein hochkonzentriertes Publikum zwei jungen Südtiroler Musikern folgte, die ihren eigenen Weg gehen und mit ihrem Sound eine Art Alleinstellungsmerkmal entwickelt haben, das aller Ehren wert ist. Am Ende des Konzertes gab es begeisterten Applaus für Marc und Tobi und viele Glückwünsche anschließend an den Auftritt. Wir wünschen den beiden Musikern weiterhin alles Gute und freuen uns, sie vielleicht und hoffentlich alsbald wieder im Club begrüßen zu dürfen.

Abschließend möchten wir uns wie immer bei Salon Habicher, Alperia und den öffentlichen Institutionen beim Amt für deutsche und italienische Kultur, sowie beim Amt für deutsche und italienische Jugendarbeit und der Gemeinde Meran für die Unterstützung unseres Tätigkeitsprogramms bedanken.