Über europäische Hoffnungsschimmer, jugendliche Improvisation und einen wohltätigen Wattmarathon – east west’s week review #101

Liebe Mitglieder, warum wir nach dem Zigori Club am vergangenen Dienstag ein klein wenig zuversichtlicher Richtung EU-Wahl 2019 blicken und das rege Publikumsinteresse sogar ein wenig Hoffnung schöpfen lässt, erfahrt ihr wie immer am Montag Mittag und bei der einhundertundersten Ausgabe unseres Wochenrückblicks und auf den folgenden Zeilen.

Wir haben die Clubwoche am Dienstag mit dem ost west Zigori Club begonnen. Es war dies die letzte Ausgabe unseres Diskussionsabend vor der großen Sommerpause. Unter dem Titel „EU-Wahl 2019 | Die letzte Chance?“ haben wir mit unseren Gästen über die anstehenden EU-Wahlen sprechen. Nach den Absagen von Paul Köllensperger, Brigitte Foppa und Hanspeter Staffler sind für das Team Köllensperger Christian Furtschegger eingesprungen und für die Verdi Grüne Vërc der Eppaner Gemeinderat Felix von Wohlgemuth (Grünne). Stefan Premstaller (SVP – Südtiroler Volkspartei) hatte seine Teilnahme bestätigt.. Moderiert wurde der Abend wie immer von Markus Lobis. Interessanterweise waren sich alle drei Parteienvertreter mehr oder weniger darüber einig, dass es in Zukunft ein Mehr und nicht ein Weniger an Europa geben müsse. Sowohl Premstaller, Furtschegger als auch von Wohlgemuth erklärten, dass Europa aktuell an einem Scheideweg stehe und, dass die Abstimmung am 26. Mai eine richtungsweisende Wahl sein wird, welche am Ende aufzeigen wird, ob die Nationalstaaten wieder stärker in den Vordergrund treten werden, oder ob sich die unterschiedlichen Länder auf einen gemeinsamen Weg verständigen werden können. Auch wenn es durchaus berechtigte Kritik an den EntscheidungsträgerInnen in Brüssel und Staßburg gibt, so sei der Kurs hin zu einer stärkeren EU und supranationalen Organisation alternativlos. Wenn die EU gegenüber den USA oder China wirtschaftlich nicht ins Hintertreffen geraten will, sei es selbstredend, dass man nur gemeinsam die gesteckten Ziele erreichen könne. Auch aus dem Publikum gab es interessante Inputs und Fragestellungen. Eine Europa-Verdrossenheit war beim vierten Zigori Club bei uns jedenfalls nicht festzustellen. Im Gegenteil. Der Salon im Club war bis auf den letzten Platz gefüllt. Über 50 interessierte Mitglieder waren gekommen und beteiligten sich rege an der Diskussion. Wir bedanken uns daher bei unseren Gästen, die sich allesamt als angenehme Gesprächspartner zeigten und natürlich bei unserem Moderator und dem interessierten Publikum. Im Anhang findet ihr eine kleine Fotoauswahl.

Dieser fulminante LiteraturCLUB wird allen, die ihn genießen durften, für immer in Erinnerung bleiben. Zu Gast im Club war die schweizer Autorin Gabriela Kasperski, die im April Stipendiatin der Franz-Edelmaier-Residenz für Literatur und Menschenrechte war. Nach einer spannenden und informativen Einführung in ihr Werk legte die Autorin, die u.a. auch Theaterschauspielerin, Moderatorin und Dozentin für Synchronisation und Kreatives Schreiben ist, los. Sie entführte die ZuhörerInnen in die komplexe Welt ihres Kriminalromans Quittengrab, dessen Handlung an vielfältigen Schauplätzen spielt und zahlreiche vielschichtige Personen auftreten lässt. Dank dem Können der Vorleserin wurde man ins Geschehen katapultiert und spürte den Atem der Protagonisten. Im Anhang findet ihr einige Fotos von der Buchvorstellung, die von unserer Literaturverantwortlichen Sonja Steger geknipst wurden.

Am Donnerstag hatten wir dann zum ersten Mal eine Impro-Theatergruppe im Club zu Gast. Bei der vorletzten Ausgabe der Saison von Theater im Club durften wir die Jugendgruppe „Impro Young Carambolage“ auf unserer Bühne begrüßen. Die rund 90minütige Vorstellung dieser jungen Theatergruppe hat die anwesenden ZuschauerInnen an ihre Lachmuskel-Grenzen gebracht. Die siebenköpfige Gruppe hat in mehreren Abschnitten Improvisationstheater vom Feinsten in den Club gebracht. Es gab an diesem Abend unterschiedliche Themenvorgaben, die vom Publikum durch Zurufe an die SchauspielerInnen weitergegeben wurden. Und die jungen Damen und Herren auf dem Podium haben diese Schlagworte nahezu perfekt aufgenommen und dann in unterschiedliche Sketche verwoben. Es war sehr beeindruckend zu sehen, wie durch einfache Gegenstände und Stichworte wie Zahnbürste, Ägypter oder Spinat vor den Augen des Publikums innerhalb kurzer Zeit verschiedene und überaus lustige Szenen entstanden. Wir haben an diesem gemeinsam Tränen gelacht und waren mehr als nur beeindruckt vom Talent und Können des Impro-Theaters aus Bozen. Wir können diese jungen Menschen und das was sie machen nur wärmstens weiterempfehlen und werden nun versuchen schon in den nächsten Tagen einen weiteren Impro-Termin zu organisieren und dann im Sommer im ost west country club wieder in den Genuss dieses Auftrittes zu kommen. Wir bedanken uns bei dieser tollen Truppe und empfehlen euch die angehängten Fotos mit Impro Young Carambolage.

Am Freitag Abend haben uns dann der Berliner MC KonTa und der DJ Ras Lion vom Soundlabel Lions Den im Club besucht. Der Calcetto- und Raucherraum wurde wieder einmal und nach längerer Pause zum Undergroundsaal umfunktioniert und anschließend mehr als drei Stunden mit feinsten Jamaika-Klängen, bestehend aus Reggea, aber auch Hip Hop und Dub beschallt. Viele unserer jungen Mitglieder waren gekommen und tanzten ununterbrochen zu feinen „Rasta-tunes“ und basslastigen Stücken. Es freut uns sehr, dass wir unserem Publikum auch immer wieder solche internationalen Musikexperten präsentieren können und mit solchen Veranstaltungen der Subkultur den nötigen Raum und Platz in unserem Clubprogramm einräumen können.

Bereits am Samstag Vormittag haben wir den Club dann für die zweite Ausgabe von Watt Wars (Die Rückkehr des Weli) geöffnet. Beim Blindwattenturnier hatten sich wie schon im vergangenen Jahr 12 Pärchen und insgesamt 24 Spielerinnen und Spieler angemeldet und anschließend wurde bis in den frühen Abend an den Spieltischen gewattet was das Zeug hielt. Nach einer spannenden Vorrunde, in der in zwei Sechsergruppen die 8 ViertelfinalistInnen ermittelt wurden, ging es dann in der KO- und Patzerrunde ordentlich zur Sache. In spannenden Duellen zogen am Ende Castel und Sami, sowie die beiden M&M’s Michi und Manu ins Finale ein. In drei spannenden Endspielen behielten die schon in Vorrunde stark auftrumpfenden jungen Herren, die Nerven und siegten am Ende verdient. Alle eingeschriebenen erhielten am Ende Preise und wurden von unserem Küchenchef Hansi und Baristin Giorgia den ganzen Tag lang mit Gulasch- und Gemüsesuppe, Torten und guten Getränken verköstigt. So konnte auch dieses Jahr wieder eine stattliche Summe gesammelt werden, die wir dann wie schon im vergangenen Jahr an das Haus der Solidarität in Brixen spenden werden. Es war auch im zweiten Jahr eine sehr angenehme und lockere Veranstaltung bei der Spaß und Unterhaltung nicht zu kurz kamen. Es freut uns, dass wir mit diesem Programmpunkt das Spiel und den guten Zweck verbinden können und ein traditionelles Südtiroler Kartenspiel über einen ganzen Tag lang hochleben lassen. Wir werden auch in Zukunft und im nächsten Jahr versuchen diese tolle Veranstaltung weiterhin regelmäßig anzubieten. Bedanken möchten wir uns neben unseren fleißigen HelferInnen und SpielerInnen vor allem bei unseren Unterstützern und Sponsoren, u.a. Meteo Restaurant, Nägele, St. Urban, Pizzeria 357und dem Meraner Weinhaus. Im Anhang findet ihr einige Schnappschüsse von Laura Zindaco von Watt Wars #2.

Die Clubwoche haben wir dann mit den ersten Auftritten von gleich drei unterschiedlichen MusikerInnen beschlossen. Gleich zum Auftakt des Abends hatten wir die junge Naturnser songwriterin Rosa Schaller zu Gast. Die erst 17jährige junge Frau hatte noch im Dezember ein Schulpraktikum in unserem Clubbüro absolviert und knapp 4 Monate später saß sie schon auf unserer kleinen Holzbühne und beeindruckte die anwesenden Mitglieder vor allem mit ihrer tollen Stimme. Auch wenn die junge Naturnserin sichtlich aufgeregt zu sein schien, absolvierte sie ihren rund 30minütigen Auftritt mit Bravour. Wir sind sicher, dass wir in Zukunft noch einiges von Rosa zu hören bekommen werden und wünschen ihr für ihren weiteren Weg viel Erfolg. Anschließend an einen kurzen Bühnenumbau, der einem aufwendigen, etwas holprigen Soundcheck folgte waren dann der Brixner Musiker June Niesein und sein Seiser Kollege Fortune Cookie an der Reihe und zeigte uns ihr Können. Der überaus sphärische Sound bestehend aus Indie- und Rockelementen, erinnert ein wenig an Bands der 70er und 80er Jahre. Untermalt wurde die Musik der beiden jungen Männer durch eine Beamerprojektion des Kultfilms „Der Zauberer von Oz“. Gerade die graphischen Elemente tun dieser Art von Musik sehr gut. Der Sound ist durchaus herausfordernd und sicher nicht für alle Geschmäcker geeignet. Aber gerade diese Besonderheit ist auch immer wieder die Stärke unseres ost west clubs. Es ist unserer Meinung nach ein absoluter Mehrwert auch jenen Projekten eine Bühne zu geben, die bisher noch nicht so bekannt sind und sich gerade erst auszuprobieren und ihren musikalischen Weg zu finden. June Niesein, den man ansonsten als Bandleader der Brixner London Elephants kennt, hat mit diesem Duo ein Projekt auf die Beine gestellt, das gerade erst in den Startlöchern steht und in Zukunft sicher noch viele, neue und spannende Dinge präsentieren wird.

Abschließend möchten wir uns wie immer bei unseren Sponsoren Alperia, Pohl Immobilien/Gruppe Unterberger, Salon Habicher, unserem Medienpartner Die Antenne und den öffentlichen Institutionen der Provinz Bozen, dem Amt für deutsche und italienische Kultur, sowie dem Amt für deutsche und italienische Jugendarbeit und der Gemeinde Meran für die Unterstützung unseres Tätigkeitsprogramms bedanken.