Über das Außerkraftsetzen demokratischer Rechte, eine Serienslamsiegerin und außergewöhnliche Instrumente – east west’s week review #102

Liebe Mitglieder, warum es immer wieder besonders ist, wenn neue MusikerInnen unseren Club zum ersten Mal besuchen und wie im Falle der großartigen Elli de Mon am vergangenen Samstag einen gewaltigen Auftritt hinlegen und dann auch noch so selten zu hörende Instrumente wie diese Sitar im Gepäck haben, erfahrt ihr u.a. wie immer am Montag Mittag, und bei der 102. Ausgabe des wöchentlichen Rückblicks.

Die Clubwoche haben wir mit der Filmvorführung von „Le strade di Genova“ begonnen. Der Dokumfilm des italienischen Regisseurs Davide Ferrario ist bereits kurz nach dem G-8 Gipfel in Genua (2001) im Jahr 2002 entstanden. Ferrario hat dabei aus unterschiedlichen Videomitschnitten und unterschiedlichem Filmmaterial italienischer Fernsehsender eine Doku gedreht, die zwar sehr wackelig und unruhig daher kommt, aber die Ereignisse in der norditalienischen Stadt zwischen dem 18. und 22. Juli sehr gut zusammenfassen. Die brutale Vorgehensweise der Polizei wird einem beim Betrachten dieser alten Bilder wieder schmerzhaft vor Augen geführt. Die Vorgänge um den G8-Gipfel in Genua wurden von Amnesty International scharf verurteilt. Nicht umsonst sprach die internationale Organisation anschließend von „massiven Verstößen gegen die Menschenrechte“. Weiter sprach Amnesty von der „größten Außerkraftsetzung von demokratischen Rechten in einem westlichen Land nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs“. Nach der Vorführung haben wir mit Giuseppe Arena, unserem Moderator Thomas Kobler und unseren Mitgliedern über den Film und die Geschehnisse in Genau von vor 18 Jahren gesprochen. Arena lebte und arbeitete zu jener Zeit in der ligurischen Haupstadt und hat uns hautnahe von den Geschehnissen dieser heißen Sommertage berichtet. Auch unser interessiertes Publikum hat sich anschließend an einer lebhaften Debatte beteiligt und dabei nicht nur das Thema Genua, sondern grundsätzlich Polizeigewalt, Überwachung und Rechtsruck thematsiert. Gerade diese sehr intensiven Gespräche über solch‘ gesellschaftspolitischen Themen im Club sind immer wieder sehr spannend und abwechslungsreich und es freut uns immer wieder, dass wir durch solche Diskussionen verschiedene Diskurse neu anstoßen können. In der Saison 2018/2019 war dies vorerst der letzte Dokufilmabend im Club. Ab Herbst und mit dem Start der neuen Spielzeit werden wir dann wieder regelmäßig Dokufilme bei uns zeigen. Im Anhang findet ihr einige Fotos von Arno Ebner vom Abend.

Alla penultima calcetto night della stagione giovedi scorso hanno partecipato 36 giocatori/trici. Hanno vinto Matthias e Christoph (nella foto in piedi da sx a dx), battendo in finale Ciccio e Philipp (nella foto accosciati da sx a dx). Doneremo l’incasso delle CN di gennaio, febbraio. marzo, aprile e maggio a EGP Zambia (info nella pagina Facebook). Finora abbiamo raccolto 505€. Grazie a tutte/i. Ci rivediamo per l’ultima Calcetto Night della stagione giovedi 9 maggio. In allegato trovate alcune foto della CN.

Bei der letzten Ausgabe des wild wild ost west slam (#25) am Freitag hatten sich insgesamt 9 TeilnehmerInnen angemeldet. Neben März-Siegerin Mia Via, Lena Wopfner, Ursula Niederegger, Simon Klotzner, Steini, Barbara und Hannes H standen mit Christine Weithaler und Noah auch zwei Neo-SlammerInnen auf unserer Bühne. Wie immer wurde der allmonatliche Slam von einem großartig aufgelegten Alex Giovi Giovanelli moderiert. In der Vorrunde ging es wieder äußerst knapp zur Sache und so erreichten auch sehr gute Texte wie jener von Hannes H („Wer ist Dr. Sommer?“) oder Lena Wopfner („Ich bin dein schwarzes Loch“) nicht das Ticket für die Endrunde und nur für die Plätze vier und fünf. Sehr gefallen hat uns an diesem Abend auch der Premierentext der Vinschgerin Christine Weithaler, die vor Kurzem unseren ost west club bei der Noche de Tango entdeckt hatte und anschließend dieses Erlebnis für ihren ersten Bühnenauftritt textlich entsprechend ausgearbeitet hat. Ein sehr schöner Beweis dafür, wie sich im Club die unterschiedlichen Kulturveranstaltungen und Menschen begegnen. Ins Finale schafften es dieses Mal erneut Mia Via („Mutternacht“), Ursula Niederegger („modernes Rapunzel“) sowie Simon Klotzner („Anthologie des Pendlers“). Das Publikum hatte dabei wie immer gemeinsam durch eine fünfköpfige Jury über die besten Texte abgestimmt. In der Finalrunde wurde es dann noch knapper als schon zuvor. Per Applausabstimmung wurde so die Siegerin des Abends Mia Via ermittelt, die sich hauchdünn mit ihrem „Fridays for Future“-Text vor Ursula („Schneewittchen“) durchgesetzt hatte. Simon Klotzner erreichte mit dem 2. Teil von „Anthologie des Pendlers“ letztlich den dritten Rang. Der Clubsalon war bei der 25. Ausgabe des wwows bis auf den letzten Platz gefüllt und rund 50 interessierte Mitglieder hatten sich bei uns eingefunden. Wir bedanken uns für einen kurzweiligen Abend mit tollen Texten und einem noch besseren TeilnehmerInnenfeld, sowie einem hochkonzentrierten und fairen Publikum. Ein großer Dank geht wie immer an die Buchhandlung Alte Mühle in Meran, die uns wie schon über die gesamte Saison ihre Büchergutscheine für die ersten drei Plätze zur Verfügung gestellt hat. Es war eine sehr schöne Slamsaion, die mit der zweiten Ausgabe des Best Of-Poetry Slam Southtyrol am Freitag 10. Mai ihr Ende finden wird. An diesem Abend freuen wir uns auf fünf FixstarterInnen, die wir euch in Kürze vorstellen werden. Außerdem freuen wir uns den 26. wild wild ost west slam bereits in unserer Sommerresidenz ost west country club ankündigen zu dürfen. Zum ersten Mal werden wir am Freitag 21. Juni einen Dichterwettstreit als Openair-Veranstaltung ausrichten, zu der ihr euch ab jetzt unter info@ostwest.it anmelden könnt. Im Anhang dürfen wir euch noch auf die coolen Fotos unseres Slam-Fotografen Gert Reinstadler verweisen.

Am Samstag Abend haben wir die Clubwoche dann mit dem ersten Konzert von Elli de Mon beschlossen. Die junge singer/songwriterin aus Vicenza hat dabei am Ende ihres Auftrittes nicht nur für begeisterten Applaus bei über 60 interessierten KonzertbesucherInnen gesorgt, sondern auch ihre Einnahmen bei CD-Verkäufen ordentlich nach oben schrauben können. Elli de Mon macht einen Mix aus Folk, Grunge, Stoner und Blues-Musik auf ihrem Instrumentsammelsurium. Die schweren Gitarrenparts sind wohltuend anders und haben uns ein Konzerterlebnis beschert, das man dieser Orts nicht sehr oft zu hören bekommt. Zu Beginn waren wir selbst noch nicht ganz sicher, ob sich ihre Musik besser für ein Stuhlkonzert eignet oder ob das Publikum am Ende doch in Bewegung kommen würde. Aber schon nach weniger als drei Songs, mussten wir eingestehen, dass wir selbst den Sound falsch eingeschätzt hatten. Und so wurden kurzerhand all jene, die es sich auf unseren Stühlen gemacht hatten sanft dazu gezwungen ihren Allerwertesten zu heben und die Sitzgelegenheiten zu verräumen. Von da an stieg die Stimmung von Lied zu Lied und immer mehr Menschen im Auditorium versetzten ihre Tanzbeine in Schwingung. Elli de Mon steht in der Tradition anderer italienischer Musiker wie Diego Potron (der uns übrigens am 22. Juni im ost west country club für einen Auftritt besuchen wird) und mit dem die junge Gitarristin auch eine gemeinsames Album aufgenommen hat. In ihrem 70minütigen Set finden sich fast ausschließlich selbs geschriebene Lieder, wie z.B. das sehr gute und düstere „Spell“, das problemlos in jedem Tarantino-Film als Soundtrack vorkommen könnte. Leider war der Auftritt fast ein wenig zu kurz, die „Zugabe“-Rufe fanden nach dem Konzert von Elli fast kein Ende mehr. Wir bedanken uns bei einer sehr guten Musikerin und überaus netten Person für ein abwechslungsreiches Konzert, der im Einsatz, desr in unseren Breitengraden sehr selten zum Einsatz kommenden indischen Sitar seinen musikalischen Höhepunkt fand. Im Anhang findet ihr einige Bilder, die von unserer Vorstandskollegin Giorgia Lazzaretto geknipst wurden.

Abschließend möchten wir uns wie immer bei unseren Sponsoren Alperia, Pohl Immobilien/Gruppe Unterberger, Salon Habicher, UWB (Untermaiser Würstelbude) unserem Medienpartner Die Antenne und den öffentlichen Institutionen der Provinz Bozen, dem Amt für deutsche und italienische Kultur, sowie dem Amt für deutsche und italienische Jugendarbeit und der Gemeinde Meran für die Unterstützung unseres Tätigkeitsprogramms bedanken.