Statt Eigenverantwortung und Selbst-verwirklichung, Gemeinschaft und Mitgefühl – east west’s week review #88

Liebe Mitglieder, weshalb ein schmerzhafter Abschied, auch seine guten Seiten haben kann und warum beim LiteraturCLUB am vergangenen Mittwoch das Werk des vor knapp zwei Jahren verstorbenen Peter Oberdörfer mit diesem Abend und der posthumen Buchvorstellung nun endlich jene Wertschätzung und Rezeption erfährt, die diesem wunderbaren Literaten gebührt und wieso unsere Zocker*innen für das D’rweil Netzwerk, das wir euch vor Kurzem erst im ost west club est ovest vorgestellt haben, bei der letzten Calcetto Night des Jahres eine kleine vorweihnachtliche Spende gesammelt haben, erfahrt ihr wie immer gegen 13.00 Uhr und bei der 88. Ausgabe des eastwestweekreview und auf den folgenden Zeilen!

Bei der Premiere des posthum erschienen Lesebuchs „Peter Oberdörfer – Temperaturen der Wahrheit“ erlebten die Interessierten im Club einen Abend, den man als Gesamtkunstwerk bezeichnen könnte. Gespannte Aufmerksamkeit, meditative Momente und Literaturgenuss verband das Publikum im voll besetzten Saal. Mehr als 50 Literaturinteressierte, Weggefähren, Freunde und Familienmitglieder von Peter Oberdörfer waren gekommen. Nach der bewegenden Begrüßung von Clubpräsident Erwin Seppi, erzählten die Herausgeber*innen – Christine Kofler, Haimo Perkmann und Sonja Steger – von Entstehungsgeschichte und Herangehensweise zum Buch. Maria C. Hilber von der Südtiroler Autorinnen- und Autoren Vereinigung, deren Präsident Peter 15 Jahre lang gewesen war, würdigte den Autor, dessen Werk zu Lebzeiten vielleicht und manchmal nicht jene Wertschätzung erfahren hat, welches es sich eigentlich verdient hat. Professor Sigurd Paul Scheichl gab einen literaturwissenschaftlichen und doch sehr persönlichen Einblick ins Lesebuch, welches vorwiegend unveröffentlichte Gedichte, Prosa und Theaterstücke umfasst. Ein Kapitel versammelt Texte im Memoriam Peter Oberdörfer, verfasst von FreundInnen und Weggefährt*innen, derer etliche zur Präsentation erschienen waren. Das von Dieter Oberdörfer und Andreas Unterholzner aufgeführte Musikprogramm war einzigartig und spiegelte auf subtile Weise wider, was Peter gemocht hatte. Literatur von Peter erhielt Raum und Klang: Oswald Waldner trug Gedichte und Kurzprosa vor, der Einakter „Schweißflecken“ wurde von Johanna Porcheddu und Sabine Ladurner gelesen. Die beiden Schauspielerinnen sind Mitglieder des Ensembles Phenomena, für welches Oberdörfer das De-Sade-Theaterstück „Die Temperatur der Wahrheit“ verfasste, welches 2005 uraufgeführt wurde. Zahlreichen Mitglieder der Familie Oberdörfer, welche das Buchprojekt aktiv und begeistert unterstützt hat, genossen den Abend und verliehen ihrer Freude Ausdruck. Ein großer Dank ging auch an den Verlag alphabeta Edizioni mit Aldo Mazza und Dominikus Andergassen. Im Anhang findet ihr einige Eindrücke des Abends, fotografisch festgehalten von Gert Reinstadler.

Foto: Gert Reinstadler
Foto: Gert Reinstadler
Foto: Gert Reinstadler
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Foto: Gert Reinstadler
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Foto: Gert Reinstadler
Foto: Gert Reinstadler
Foto: Gert Reinstadler
Foto: Gert Reinstadler
Foto: Gert Reinstadler
Foto: Gert Reinstadler
Foto: Gert Reinstadler
Foto: Gert Reinstadler
Foto: Gert Reinstadler
Foto: Gert Reinstadler
Foto: Gert Reinstadler
Foto: Gert Reinstadler
Foto: Gert Reinstadler
Foto: Gert Reinstadler
Foto: Gert Reinstadler
Foto: Gert Reinstadler
Foto: Gert Reinstadler
Foto: Gert Reinstadler
Foto: Gert Reinstadler
Foto: Gert Reinstadler
Foto: Gert Reinstadler
Foto: Gert Reinstadler
Foto: Gert Reinstadler
Foto: Gert Reinstadler
Foto: Gert Reinstadler
Foto: Gert Reinstadler
Foto: Gert Reinstadler
Foto: Gert Reinstadler
Foto: Gert Reinstadler
Foto: Gert Reinstadler
Foto: Gert Reinstadler
Foto: Gert Reinstadler
Foto: Gert Reinstadler
Foto: Gert Reinstadler
Foto: Gert Reinstadler
Foto: Gert Reinstadler
Foto: Gert Reinstadler
Foto: Gert Reinstadler
Foto: Gert Reinstadler
Foto: Gert Reinstadler
Foto: Gert Reinstadler
Foto: Gert Reinstadler

Lo scorso giovedi vi abbiamo presentato l’ultima Calcetto Night dell’anno, dove hanno partecipato 42 giocatrici/tori, che si sono sfidate/i in un torneo molto intensivo. Hanno vinto Martin e Christoph battendo in finale Luca e Jogi. Abbiamo raccolto 140€ che doniamo al nuovo progetto D’RWEIL, che vi abbiamo presentato due settimane fa al club. Grazie a tutte/i per aver partecipato! In allegato trovate alcune foto della serata.

Am Freitag haben wir euch dann den letzten wild wild ost west slam (#21) des Jahres präsentiert. Insgesamt standen neun Slammerinnen und Slammer auf unserem Lineup, u.a. mit special guest Nino Miratus aus Wien und dem ehemaligen Südtiroler Landesmeister Manuel Lavoriero. Moderiert wurde der kurzweilige Abend wie immer von Lene Morgenstern und Opferlamm Alex Giovi Giovanelli. Der Rest des Feldes wurde durch bekannte Slammer*innen wie Maria Fliri, Sabine Ralser (Frau S.), Barbara, Michael Denzer und Steini abgerundet. Außerdem gesellten sich mit Prince und Sophie Gander zwei Neo-Teilnehmer*innen zu unserem lineup. Die Vorrunde war wieder äußerst spannend und so war die Entscheidung wer sich einen der begehrten vier Finalplätze sichern konnte wieder äußerst knapp. Es waren am Ende der special guest (Miratus), der mit seinem Text ohne Titel, der Neo-Slammer Prince („My Austrian Mama“) und die älteste Teilnehmerin Maria Fliri („Ein kleines Licht geht um die Welt“) sowie Steini („Der perfekte Moment“) die den Einzug in die Endrunde schafften. Das Finale wurde dann eine extrem spannende Angelegenheit bei der aber der „Profi“ am Ende doch die Überhand behalten konnte. Miratus überzeugte zum Abschluss mit einem Text, der den Titel „Warum ich das hier mache“ trug, die Publikumsjury und verwies Fliri („Kriagszeit“), Prince („Black is violent“) und Steini („Anders sein“) auf die Plätze. Gerade Miratus sorgte mit seinem Texten für viele Lacher und eine ausgelassene Stimmung im fast vollbesetzten Salon (rund 40 Interessierte waren gekommen). Aber auch der Rest des Teilnehmerfeldes überzeugte mit tollen Performances. Sehr gefreut hat uns auch, dass wieder einmal ein englischsprachiger Text (Prince) dabei war und, dass wie schon zuvor erwähnt gleich zwei neue Slammer*innen (Prince und Gander) den Sprung ins kalte Slamwasser wagten. Wir bedanken uns bei allen Menschen, die zu einem tollen Poesieabend beigetragen haben, sowie der Südtiroler Autorinnen- und Autorenvereinigung und der Buchhandlung Alte Mühle für die Unterstützung unseres allmonatlichen Slams. Wir sehen uns am Freitag 11. Jänner wieder, wenn es heißt wild wild ost west slam! Im Anhang findet ihr noch einige tolle Fotos von Gert Reinstadler.

Am Samstag durften wir dann eine Bandrückkehr im Club erleben, auf die wir uns vorher schon über alle Maßen gefreut hatten. Es war das Comeback der Südtiroler Formation Enrosatura nach fast drei Jahren. Die Band, die in der ursprünglichen Besetzung mit Thomas Neulichedl (Stimme, Gitarre), Tobias Venzo (Bass) und Maximilan Erler (Schlagzeug) schon bei ihren ersten Konzerten für ordentlich Stimmung gesorgt hat, hat nun in Max (Gitarre und Piano) und Magda (Geige und Piano) musikalische Verstärkung dazubekommen und das Projekt um zwei Musiker*innen erweitert, die den Sound der Band auf eine neue Ebene heben. Der Club hat sich am Samstag Abend zwar langsam, aber dann doch stetig und unaufhörlich gefüllt. Bis zum Ende haben rund 60 interessierte Mitglieder das Konzert mit Enrosatura verfolgt und zum Abschluss „Hey Jude“ gemeinsam mit der Band lauthals im Chor gesungen. Die Musik der Südtiroler und Wiener Musiker ist ein Crossover Sound bestehend aus Folk, Rock, Metal und Rap-Elementen. Enrosatura haben die schon vor drei Jahren entstandenen Songs zusammen mit den hinzugekommenen Bandmitgliedern Magda und Max an Geige und Piano neu arrangiert. Teilweise ist der Sound noch atmosphärischer geworden und lebt vor allem auch von den lang gezogenen Akkustik-Parts. So hat Maxi am Piano das Konzert mit einem Solo-Klavierpart (auf unserem hauseigenen Wandklavier) begonnen und beim zweiten und dritten Song gesellten sich Max am Schlagzeug und Tom an der Gitarre dann erst dazu. Gerade die Hinzunahme der beiden Multiinstrumentalisten gibt dem ganzen Klangbild eine neue Fülle und entsprechende Wiedererkennungsmerkmale. Enrosatura scheinen mehr als nur auf dem richtigen Weg zu sein, nun gilt es für die Band das Ganze auch für das Tonstudio zu arrangieren und die Songs auf CD/Vinyl zu pressen. Tom als Herz und Hirn der Band ist ein großartiger songwriter und versteht es mit seiner ruhigen und melancholischen Art die entsprechende Richtung vorzugeben. Beeindruckend ist, wie sensibel er gesellschaftliche Missstände in seine Songtexte aufnimmt und offen anspricht. Dabei geht es um Werte wie Mitgefühl und Gemeinsamkeit. Enrosatura grenzen sich vom neoliberalen Zeitgeist ab, welcher Schlagworte wie Eigenverantwortung und Selbstverwirklichung zum neoliberalen Diktum und Maßstab erhoben hat. Vor dem Song „The Swan“, der sich mit dem Thema Suizid beschäftigt, sagte Tom auf eindrückliche Weise, dass es sehr viele Menschen in unserer Gesellschaft gibt, die sich in dieser Welt verloren fühlen und es deshalb an uns allen liegt, sie mitzunehmen, auf sie zu achten und ihnen zu sagen, dass sie wertvoll und besonders sind. Denn wenn sich diese Menschen irgendwann entscheiden würden zu gehen, dann würden sie für immer gehen. Wir haben genug erfolgreiche, strebsame, harte, perfekte und coole Menschen um und unter uns. Was wir aber mehr denn je brauchen werden, sind die Einfühlsamen, Trostspendenen und Hände-Haltenden, all jene die dich nicht alleine lassen, wenn alle anderen dir schon lange den Rücken zugedreht haben und bereit sind dich auch in den dunkelsten Stunden zu begleiten. Die Worte und der dazugehörige Sound der Band haben nicht nur bei uns für Gänsehaut gesorgt, sondern um die gesamte Konzertdauer hinweg und bis zum Ende des Auftritts war unser Publikum wieder einmal sehr aufmerksam und respektvoll. Wir bedanken uns bei dieser großartigen, aber leider noch viel zu unbekannten Formation und wünschen Enrosatura auf ihrem weiteren musikalischen Werdegang alles Gute! Im Anhang findet ihr ein paar tolle Fotos von Chantal Redavid vom Konzert.

Abschließend möchten wir uns wie immer bei unseren Sponsoren Alperia, Pohl Immobilien/Gruppe Unterberger, Salon Habicher, unserem Medienpartner Die Antenne und den öffentlichen Institutionen der Provinz Bozen, dem Amt für deutsche und italienische Kultur, sowie dem Amt für deutsche und italienische Jugendarbeit und der Gemeinde Meran für die Unterstützung unseres Tätigkeitsprogramms bedanken.